Kinder vertonen Berliner Oberbaumbrücke

Sieben Jahre ist es her, dass Kreuzberg und Friedrichshain zu einem neuen Bezirk, dem kleinsten im Kreise seiner elf Geschwister, zusammengelegt wurden. Weitere sieben Jahre zurück liegt die Wiedereröffnung der sanierten Oberbaumbrücke, die zum Wahrzeichen des neuen Stadtbezirks werden sollte. Die Geschichte dieser Brücke ist lang. Als hölzerne Verbindung zwischen beiden Spreeufern war sie über 130 Jahre zugleich die Akzisegrenze der Stadt. Schiffer, die den Fluss hinab nach Berlin wollten, mussten hier Zoll bezahlen. Doch auch die Pferdekutscher, die zwischen Stralauer und Köllnischer Vorstadt unterwegs waren, hatten für die Überfahrt einen Obolus zwischen 3 und 12 Pfennigen zu entrichten, je nach Größe ihres Gefährts. 1945, ein halbes Jahrhundert nachdem eine steinerne Brücke den alten Oberbaumsteg ersetzt hatte, fiel das Gebäude Hitlers sogenanntem Nero-Befehl zum Opfer. Nach diesem Befehl sollte jegliche Infrastruktur zerstört werden, bevor sie den vorrückenden Alliierten in die Hände fiel. Die Oberbaumbrücke wurde zwischen den beiden Mitteltürmen gesprengt. Seit 1961 gehörte die Brücke wiederum zu einer Grenzanlage - jetzt trennte sie jedoch nicht mehr Brandenburg von Berlin, sondern West- und Ostteil der Stadt voneinander. Im Rahmen des "Kleinen Grenzverkehrs" war eine Passage zu Fuß möglich.

stadt im ohr hat im Oktober 2008 gemeinsam mit Kindern der Pettenkofer Grundschule die Geschichte der Oberbaumbrücke erkundet. Dabei entstand ein Hörspiel, das am 20.12.2008 direkt auf der Brücke vorgestellt wurde. Im Frühjahr 2009 sind weitere Aufführungen geplant.

Interviews an der Oberbaumbrücke
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